Nutztiere auf der Halbinsel Devin

Schafe – die besten Landschaftspfleger

Das Naturschutzgebiet „Halbinsel Devin“ ist eine historisch gewachsene Kulturlandschaft. Dieser Zustand konnte nur erreicht und erhalten werden, indem kontinuierlich Nutztiere dort weideten. Vor der Wende waren es Jungrinder (Färsen), ab 1990 Schafe. Vor ein paar Jahren waren probeweise auch 100 Ziegen für ein Jahr auf dem Gelände. Auf Grund ihrer „Ambitionen zum Freigang“ haben sie sich aber nicht bewährt. 6 Ausreißer haben sich schnell den rauen Bedingungen dieser Jahreszeit angepasst und sogar noch den folgenden Winter dort überlebt. Letztlich wird aber die Schafbeweidung favorisiert. Das Optimum sind im Frühjahr ca. 500 Schafe, die nach der Lammung auch mal auf 800 Tiere anwachsen können. Zur Förderung der insektenfreundlichen Blütenflora ist eine Beweidungspause in der Saison erforderlich. Andererseits wird eine Winterbeweidung mit einer geringen Schafanzahl angestrebt, um auch junge Büsche durch Verbiss zu reduzieren. Grundsätzlich ist das Gebiet seitens der unterschiedlichen Biotope ideal zur Schafhaltung. Ein großes Problem stellen allerdings freilaufende Hunde dar. Jährlich werden ca. 20 Schafe durch freilaufende Hunde getötet. Dabei sind nicht nur die Hunde ein Problem, sondern besonders auch deren Halter, die sich nicht an die Leinenpflicht halten. Was für den Schäfer unzumutbar ist und einen finanziellen Verlust darstellt (keine Entschädigung, wenn der Verursacher nicht bekannt ist), ist für den Naturschutz noch dramatischer. Kaum bemerkt und nachweisbar, werden von freilaufenden Hunden im NSG Bodenbrüter und Kleintiere getötet. All diese Verluste sind ganz einfach zu vermeiden, indem sich alle an die Anleinpflicht der Hunde halten. Der Wolf wurde in diesem Schutzgebiet bisher zum Glück noch nicht nachgewiesen, denn ein Herdenschutz ist in diesem öffentlich zugänglichen Gebiet mit herkömmlichen Maßnahmen nicht möglich.

Bleibt zu hoffen, dass sich in Zukunft auch die Hundehalter an die Regeln halten, damit die „Landschaftspfleger“ weiterhin unbeschadet ihre Arbeit verrichten können und sich die Besucher, vor allem Kinder, an den weidenden Schafen erfreuen können.

Schafherde im NSG Halbinsel Devin | Foro: Vereinsarchiv
Schafherde sucht Schatten | Foto: Vereinsarchiv
Mutterschaf mit Lämmern im NSG | Foto: Vereinsarchiv
Ziegenbock im NSG Halbinsel Devin | Foto: Vereinsarchiv
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